Der Sinnengarten der Stiftung Ecksberg:
Die Welt mit allen Sinnen neu entdecken
Der Bezirk Oberbayern hat im Rahmen der Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage in Waldkraiburg vom 23.September bis 1. Oktober 2005 gemeinsam mit der Stiftung Ecksberg einen Sinnengarten angelegt. Das Projekt wurde verwirklicht von JAGUS (Jugendarbeitsgemeinschaft für Umwelt und Soziales) der Arbeiterwohlfahrt Mühldorf und gefördert von LEADERplus.
Am 27. September 2005 wurde der Sinnengarten im Rahmen der Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Der Sinnengarten ist ständig geöffnet und kostenfrei auch ohne Anmeldung für jeden Interessierten zu betreten.
Der "Sinnengarten Ecksberg" ist ein Garten der vier Elemente und eine Einladung an alle Sinne. Besucher und Besucherinnen jeden Alters, mit und ohne Behinderung, sind eingeladen, sich auf Grundwahrnehmungen zu konzentrieren und die Bedeutung ihrer Sinne auf fantasievolle Weise neu zu erfahren. Die Anlage ist auch für Menschen mit Behinderungen gut zu begehen und jederzeit öffentlich zugänglich. Sie liegt auf dem Gelände der Stiftung Ecksberg an der Ebinger Strasse 1 in Mühldorf.
Die Sinne sind die "Tore zur Welt", die uns ermöglichen, über das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten die Welt zu erfahren, andere Menschen und uns selbst wahrzunehmen. Ist ein Sinnesorgan in seiner Funktion eingeschränkt, oder fehlt uns ein Sinn, können wir die Welt nur noch in Teilen begreifen, wobei die anderen Sinne geschärft werden.
Unsere Wahrnehmungsfähigkeit bestimmt unser Selbstbewusstsein. Unser Denken, Fühlen und Handeln wird bestimmt von Sinneseindrücken. Sie rufen Gefühle und Gedanken und schließlich eine Handlung hervor, die sich bei einer Rose anders als bei Jauche ausdrückt. Sofort halten wir uns bei unangenehmen Gerüchen die Nase zu oder stoppen den Atem, so lange es uns möglich ist. Bei einem angenehmen Geruch dagegen weiten wir unsere Lungen, atmen den Duft tief ein und empfinden ein Wohlgefühl. Vielleicht treten wir sogar noch näher an das Duftobjekt heran.
Gut funktionierende Sinne ermöglichen nicht nur Wachheit in der Wahrnehmung des persönlichen Innenlebens und der Umwelt, sondern führen zu wichtigen Erkenntnisprozessen. In der heutigen Zeit beeinflussen Schnelllebigkeit und Reizüberflutung unsere Sinnesorgane. Die Gefahr von Störungen in der Funktion der Sinne ist deshalb groß und die Konsequenzen sind vielfältig (z.B. Suchterkrankungen).
Hugo Kükelhaus (1900-1984) entwickelte das Konzept der "Erfahrungsfelder für die Entfaltung der Sinne". In Anlehnung daran entstanden in der Stiftung Ecksberg auf die Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer bezogene Sinnesstationen wie z.B. Fußfühlpfade, Tastkästen, Windspiele, Feuerstellen und Wasserquellen.
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